Prospektive Studie zur Untersuchung des intraoperativen zerebralen und myokardialen Metabolismus während Aortenbogenrekonstruktion mit selektiver Hirnperfusion und dessen Effekte auf die frühpostoperative zerebrale und myokardiale Funktion bei Kindern

Kurzbeschreibung des Projektes:

Erkrankungen des im Bogen der Körperschlagader (Aortenbogen) liegen im Ursprungsgebiet der Blutversorgung des Großhirns. Daher stellen Operationen dieser Erkrankungen seit jeher eine große Herausforderung dar. Durch den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine (HLM) konnten zunächst solche Eingriffe ermöglicht werden. Seitdem liegt der Forschungsschwerpunkt vor allem auf der Reduzierung der neurologischen und kardialen Folgezustände sowie der Sterblichkeit.

Die Gießener Kinderherzchirurgie ist seit Jahren darauf bedacht, bei diesen Fällen möglichst schonend zu operieren und Hirnschäden als Operationsfolge zu vermeiden. Daher wird in Gießen das Verfahren der selektiven Hirn- und Herzperfusion seit Jahren angewandt, die die Durchblutung des Myokards und des Hirnparenchyms während der Operation gewährleistet. Dadurch soll das Risiko neurologischer und myokardialer Komplikationen weiter gesenkt werden.

Um genau diese These zu bestätigen, soll im Rahmen der Kinderherzchirurgie bei Aortenbogenrekonstruktion mit selektiver Hirnperfusion die vorliegende Studie durchgeführt werden. Aufgrund der Komplexität vergleichender Studien im Kindesalter existieren im Bereich der Kinderherzchirurgie keine Studien, die Daten zur Sauerstoffversorgung von Hirn- und Herzzellen während selektiver Hirn- und Koronarperfusion und deren Effekte auf die neurologischen Ergebnisse liefern.

Diese Daten sind jedoch dringend notwendig, um postoperative Schäden von Myokard und Hirnparenchym zu detektieren und möglicherweise zu verhindern. Diese Studie befasst sich aus diesem Grund genau mit dieser Fragenstellung und würde wertvolle Daten für die Weltliteratur liefern.

Beginn der Studie: Anfang 2016